Prof. Dr. Martin Balle

Der Text, die Kultur und die Macht

Das Buch „Europa“ des Münchner Literaturwissenschaftlers Jürgen Wertheimer erinnert uns daran, dass unser Kontinent über Tausende von Facetten verfügt und aus dieser Vielfalt seine Faszination bezieht Schon als er noch in den 80er Jahren als Professor in München lehrte, war Jürgen Wertheimer eine besonders markante Figur. Rabaukig, klug, nicht bereit, etwas zu glauben oder zu

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Unbequemer Mahner in der Wüste

In „Der Corona-Schock“ stellt Hans-Werner Sinn zahlreiche kontroverse, aber bedenkenswerte Thesen auf. Warum gibt es Verschwörungstheorien? Sicher auch deshalb, weil heute viele Menschen das Gefühl haben, dass sie die Wirklichkeit nicht mehr greifen können. Dass die Entscheidungen in diesem Land irgendwo irgendwie von gleichsam anonymen Mächten getroffen werden. Entscheidungen, die für viele nicht mehr nachvollziehbar

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In jeder Zeile ist das Leben ganz da

Robert Seethaler schildert in seinem lesenswerten Roman Gustav Mahlers letzte Reise  „Der letzte Satz“, so heißt der neue, recht kurze Roman des österreichischen Erfolgsschriftstellers Robert Seethaler. Doppeldeutig ist dieser Titel, denn der Komponist Gustav Mahler sitzt auf einem Schiff von New York nach Europa und weiß, dass sein Leben zu Ende geschrieben ist. Der letzte

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Franz Kafka lässt grüßen

Die Verhaftung und Verurteilung Joachim Wolbergs’ besitzt geradezu literarische Dimensionen. Das Meisterhafte an Georg Büchners Dichtungen und Schriften vor 200 Jahren war eine revolutionäre Einsicht: Der Mensch will frei sein, aber er ist in so viele Außenbezüge verwoben, dass er immer in Gefahr ist, sich selbst ganz zu verlieren. Das Paradebeispiel dafür ist für Büchner

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Der Phantomschmerz der verlorenen Macht

Verehrt und verhasst: Der Glaubenskrieg um den Virologen Christian Drosten“, so titelte das Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ seine Ausgabe vom 30. Mai. Der Fall ist klar und bekannt: Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, stellte eine Studie über die Infektiosität von Kindern ins Netz, die er als Ausgangspunkt einer Debatte verstanden wissen wollte, ob

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Sehnsucht nach dem anderen

Das erste Kapitel der Corona-Krise ist geschrieben. Auch für uns Zeitungsverlage hat es enorme Einsichten erbracht. „Totgesagte leben länger.“ Noch nie hatten wir in den letzten Jahrzehnten eine solche Nachfrage nach dem gedruckten Wort. Viele Neubestellungen, fast stündlich Anrufe von Lesern, die sich bedanken wollten dafür, dass ihre Zeitung gerade jetzt in der Krise erscheint.

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