Prof. Dr. Martin Balle

Die beglückende Heimat in uns selbst

Der Münchner Jesuit Michael Bordt hat ein erhellendes Buch über die Sehnsucht geschrieben Im Zentrum vieler Wissenschaften steht der Begriff des Begehrens. So geht es in der Lehre von der Betriebswirtschaft primär um die Frage, wie Märkte erkannt und organisiert werden können: wie also die Bedürfnisse der Menschen so abgeholt werden können, dass am Ende

Die beglückende Heimat in uns selbst Weiterlesen »

Ein Narziss auf dem Papstthron

Mit „Der Unfehlbare“ hat der Kirchenhistoriker Hubert Wolf ein brisantes Porträt von Pius IX. verfasst. Flucht in die Gewissheit“ heißt das Buch des bekannten Münchner Psychotherapeuten Werner Huth, in dem er beschreibt, wie Menschen oder Gruppen in unsicheren Situationen aus Angst in eine fundamentalistische Position drängen: „Ohne Ich- und Bewusstseinsveränderungen, die aus der Abwehr geboren

Ein Narziss auf dem Papstthron Weiterlesen »

Der Text, die Kultur und die Macht

Das Buch „Europa“ des Münchner Literaturwissenschaftlers Jürgen Wertheimer erinnert uns daran, dass unser Kontinent über Tausende von Facetten verfügt und aus dieser Vielfalt seine Faszination bezieht Schon als er noch in den 80er Jahren als Professor in München lehrte, war Jürgen Wertheimer eine besonders markante Figur. Rabaukig, klug, nicht bereit, etwas zu glauben oder zu

Der Text, die Kultur und die Macht Weiterlesen »

Unbequemer Mahner in der Wüste

In „Der Corona-Schock“ stellt Hans-Werner Sinn zahlreiche kontroverse, aber bedenkenswerte Thesen auf. Warum gibt es Verschwörungstheorien? Sicher auch deshalb, weil heute viele Menschen das Gefühl haben, dass sie die Wirklichkeit nicht mehr greifen können. Dass die Entscheidungen in diesem Land irgendwo irgendwie von gleichsam anonymen Mächten getroffen werden. Entscheidungen, die für viele nicht mehr nachvollziehbar

Unbequemer Mahner in der Wüste Weiterlesen »

In jeder Zeile ist das Leben ganz da

Robert Seethaler schildert in seinem lesenswerten Roman Gustav Mahlers letzte Reise  „Der letzte Satz“, so heißt der neue, recht kurze Roman des österreichischen Erfolgsschriftstellers Robert Seethaler. Doppeldeutig ist dieser Titel, denn der Komponist Gustav Mahler sitzt auf einem Schiff von New York nach Europa und weiß, dass sein Leben zu Ende geschrieben ist. Der letzte

In jeder Zeile ist das Leben ganz da Weiterlesen »

Franz Kafka lässt grüßen

Die Verhaftung und Verurteilung Joachim Wolbergs’ besitzt geradezu literarische Dimensionen. Das Meisterhafte an Georg Büchners Dichtungen und Schriften vor 200 Jahren war eine revolutionäre Einsicht: Der Mensch will frei sein, aber er ist in so viele Außenbezüge verwoben, dass er immer in Gefahr ist, sich selbst ganz zu verlieren. Das Paradebeispiel dafür ist für Büchner

Franz Kafka lässt grüßen Weiterlesen »

Der Phantomschmerz der verlorenen Macht

Verehrt und verhasst: Der Glaubenskrieg um den Virologen Christian Drosten“, so titelte das Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ seine Ausgabe vom 30. Mai. Der Fall ist klar und bekannt: Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, stellte eine Studie über die Infektiosität von Kindern ins Netz, die er als Ausgangspunkt einer Debatte verstanden wissen wollte, ob

Der Phantomschmerz der verlorenen Macht Weiterlesen »